Haftnotiz 144: Traditionelle Medien und ihre Zukunft – Literaturtipp

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Media Perspektiven“ (2011) 12 sind zwei Aufsätze zur Zukunft der traditionellen Medien Buch und Film erschienen. Sie sind hier auch als Volltext versehen mit einer Zusammenfassung abrufbar:

Kuhn, Axel ; Bläsi, Christoph: Lesen auf mobilen Lesegeräten 2011 : Ergebnisse einer Studie zum Lesen digitaler Texte, S. 583-591 (Volltext / Zusammenfassung)

Heger, Christian: Ausblicke auf das Kino von morgen : Filme im Internet, S. 608-616 (Volltext / Zusammenfassung)

Haftnotiz 143: Virtuelle Welten und Medienethik

In meiner Haftnotiz 108 hatte ich auf das medienethische Impulspapier der Deutschen Bischofskonferenz hingewiesen. Nun sind in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Communicatio Socialis“ 44 (2011) 4 zwölf Kommentare dazu erschienen:

  • Stenert, Ute: Unterwegs in der digitalen Welt : zur Entstehung des medienethischen Impulspapiers der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, S. 396-399
  • Fürst, Gebhard: Die digitale Welt aus christlicher Perspektive : Einführung des Vorsitzenden der Publizistischen Kommission, S. 400-402
  • Müller, Klaus: Wider den Trend eines ungebrochenen Medienoptimismus, S. 403-406
  • Florin, Christiane: Wäre Jesus bei Facebook?, S. 407-410
  • Elitz, Ernst: Inszeniert oder authentisch? Ein immerwährender Konflikt : Betrachtung aus Sicht der Medienpraxis, S. 411-416
  • Schmidt, Jan-Hinrik: Informationelle Selbstbestimmung in der Praxis : Kommunikationssoziologische Perspektive, S. 417-421
  • Hepp, Andreas: Kommunikation löst sich aus dem Hier und Jetzt : Anmerkungen aus Sicht der Mediatisierungsforschung, S. 422-427
  • Kropac, Ulrich: Situationsanalyse, Urteilskriterien und Handlungsempfehlungen : das Impulspapier aus religionspädagogischer Perspektive, S. 428-433
  • Paus-Hasebrink, Ingrid: Medienkompetenz nicht in ein eigenes Schulfach abschieben : Anmerkungen aus medienpädagogischer Sicht, S. 434-440
  • Schulz, Wolfgang: Abstrakte Werte zu konkreten Normen heruntergebrochen : medienpolitische Bewertung, S. 441-445
  • Jäckel, Michael: Kompetenz zur Herstellung kommunikativer Anschlüsse : Betrachtungen der Medienwirkungsforschung, S. 446-450
  • Schaar, Peter: Internetwirtschaft und -nutzer in der Verantwortung : Bewertung aus Sicht des Datenschutzes, S. 451-454
  • Fricke, Ernst: Achtung der Menschenwürde : Virtualität und Inszenierung – auch ein Rechtsproblem?, S. 455-461

Haftnotiz 142: Bücher im Badezimmer? – Rezension

Eine ganz bestimmt merkwürdige Frage – erst recht für einen Bibliothekaren wie mich. Aber Bücher in einem Badezimmer – und nicht nur eines, sondern gleich eine ganze Bibliothek? Warum denn das?

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Ich hatte das Glück, dem Autor Hans Bemmann zu begegnen und eine Weile Kontakt mit ihm zu haben. Eines seiner Bücher trug den Titel: Erwins Badezimmer oder die Gefährlichkeit der Sprache : eine Geschichte in Briefem mit diversen Beilagen. Das Buch erschien erstmals 1984. Dies war auch das Orwell-Jahr, da dessen düstere Zukunftsvision den Titel „1984″ trug.

Bemmann beschreibt in seinem Briefroman einen seit zweihundert Jahren bestehenden totalitären Staat, der seinen Bürgern eine einhundertprozentige Sparcheindeutigkeit verordnet und bestimmt hat.

Das Staatsdogma, was dikatorisch durchgesetzt wird, lautet:

„Wer Eindeutigkeit bezweifelt, ist verrückt oder ein Lügner. Wer Wörtern andere Bedeutung gibt, begeht ein Verbrechen an der Sprachgemeinschaft. Er soll schweigen, schweigen, schweigen. Sprache ist eindeutig. Wir wissen, was Wörter bezeichnen. Wir kennen alle Bedeutungen. Wer uns glaubt, lebt in Sicherheit. Er ist glücklich, glücklich, glücklich. Sprache ist eindeutig …“ (Bemmann, Hans. Erwins Badezimmer oder die Gefährlichkeit der Sprache : eine Geschichte in Briefen mit diversen Beilagen. Stuttgart, 1984, S. 119)

Albert S., der als Philologe im öffentlichen Dienst Wortumfeldmaterial für den Staat zusammenstellen muß, wird nach einem Unfall von einer Ärztin behandelt, die ihn fragt, was in der Großen Nationalen Sprachreinigung vor zweihundert Jahren eigentlich geschehen sei. Albert erinnert sich an einen ehemaligen Komilitonen, der sich – wie er sich erinnert – mit alten Büchern beschäftigt. Dabei stellt sich aber heraus, dass sein alter Freund Erwin in Wirklichkeit bei der Sprachüberwachungsbehörde in einer Konzentrationsbibliothek arbeitet. Dort ist die Vor-Literatur aus der Zeit vor der Großen Sprachreinigung gesammelt. Erwin schmuggelt allerdings heimlich Mikrofilmkopien aus der verschlossenen Bibliothek, um mit anderen, die die Mehrdeutigkeit der Sprache neu entdecken wollen, sie in seinem versteckten zweiten Badezimmer zu lesen. Die Computertechnik unserer Zeit lässt die Arbeit mit Mikrofilmen und -fiches antiquiert erscheinen. Und obwohl der Roman bald dreißig Jahre alt ist, so hat er nichts von seiner Aktualität verloren: dass Sprache als Herrschaftsinstrument auch heute und immer in der Gefahr steht monopolisiert zu werden. Einzelnen Begriffen und Umständen wird eine verharmlosende Bedeutung in der Sprache und in den Medien geben, um damit das Denken aller zu beeinflussen.

Leider ist das Buch nicht mehr lieferbar. Man kann es aber noch antiquarisch erhalten oder in einer Bibliothek ausleihen.

Statistik 2011

Mein Partner-Katzenblog Veros Katerblog hat bereits die Blogstatistik für 2011 veröffentlicht.

Ich hatte von WordPress natürlich ebenfalls die Statistik erhalten. Auf der generierten Seite konnte man entscheiden, ob die Statistik veröffentlicht werden solle. Das machte ich in der Erwartung, sie würde dann automatisch auf meinem Blog erscheinen, was aber nicht geschah. Hat jemand vielleicht eine Idee, wo die freigegebenen Jahresberichte bei WordPress zu sehen sind?

Nun aber zu den Zahlen:

„Ein New York City U-Bahnzug faßt 1,200 Menschen. Dieses Blog wurde in 2011 etwa 5.000 mal besucht. Um die gleiche Anzahl von Personen mit einem New York City U-Bahnzug zu befördern wären etwa 4 Fahrten nötig.“

Mehr im Jahresbericht.

 

Haftnotiz 141: Facebook in der Wissenschaft – Literaturtipp

Ganz neu und deshalb noch nicht selbst gelesen, möchte ich hier auf einen aktuellen Aufsatz zum Thema Facebook aufmerksam machen:
Weissensteiner, Elke ; Leiner, Dominik: Facebook in der Wissenschaft : Forschung zu sozialen Onlinenetzwerken, In: Medien & Kommunikationswissenschaft 59 (2011) 4, S. 526-544
Im Netz ist nur eine kurze Zusammenfassung abrufbar.

Haftnotiz 140: Co:llaboratory – Internet & Gesellschaft

Eigentlich habe ich so überhaupt keine Zeit, aber mir fiel nun der dritte Abschlußbericht von Co:llaboratory in die Hände. Ziel dieser Plattform ist:

„Das Co:llaboratory bringt Internet-Experten aus allen gesellschaftlichen Bereichen zusammen, die die Veränderungen der digitalen Welt analysieren und Nutzen formulieren können, den die Gesellschaft aus diesen Entwicklungen ziehen kann.

Es soll einen Beitrag zum gesellschaftlichen Diskurs in Deutschland leisten und dabei zu aktuellen Diskussionen beitragen, z.B. zu Verfassungsbeschwerden, Petitionen oder zur Arbeit der Enquête-Kommission „Internet & Digitale Gesellschaft“ des Bundestages. Durch das Co:llaboratory können Expertenmeinungen aus dem Netz für eine breitere Öffentlichkeit übersetzt und der gesellschaftliche Pluralismus abgebildet werden. Fachdiskussionen, Berichte und Empfehlungen münden dabei in Argumente und Positionen, die ein Motor für Diskussionen oder Aktionen sein können.“ (siehe Seite http://www.collaboratory.de/ueber_uns).
 
Beteiligt sind u.a.: Frauenhofer Gesellschaft, Wikimedia Foundation, creative commons W3C und Google. Das Google mit im Boot ist, wird man wohl in Kauf nehmen müssen.

Haftnotiz 139: Startpage mit Google-Ergebnissen

Schon gewusst …? Vor meinem Urlaub bin ich nach längerer Zeit bei der Suchmaschine IXquick gewesen. Dabei fiel mir auf, dass sie mit einem relativ neuem Angebot werben. IXquick selbst dokumentiert keine Recherchen seiner Benutzer – im Gegensatz von Google. Nun haben die Macher von IXquick die Datenbank von Google im Hintergrund, können aber eine Recherche im Google-Bestand ohne Datenschutzproblemen anbieten. Sie machen dies unter dem Namen ihrer Suchmaschine Startpage.

Suchmaschine Startpage

Suche im Datenbestand von Google ohne Aufzeichnung der eigenen Recherchen durch Google

Haftnotiz 138: Mark Brandis: Strahlendes Erbe – Bibliotheken als Gedächtnis

Bereits im Mai diesen Jahres hatte die bibliothekarische Fachzeitschrift „BuB – Forum Bibliothek und Information“, S. 322-326, die Frage aufgegriffen, was Bibliotheken im Angesicht der ungelösten Frage der Endlagerung von Atommüll für kommende Generationen tun können. Es gäbe radioaktive Stoffe, die 300 Jahre gefährlich seien. Jod 129 z.B. habe aber eine Halbwertszeit von 15 Millionen Jahren.

Wenn die Menschheit aber in unseren Zeiten komplett aussteigen sollte, wie können die kommenden Generationen der Zukunft von der Gefährlichkeit des Mülls und eventuell sicherer oder auch unsicherer Lager wissen?

CC BY-NC-SA by andreasheyden

Nun ist die Fortsetzung des Hörspiels „Operation Sonnenfracht“ in der Reihe „Mark Brandis“ erschienen. Dieser Teil begann mit einem Erdbeben, was San Francisco zerstörte. Darauf erfuhr Brandis, dass im Kilimandscharo vor 100 Jahren, in der Buchvorlage aus der Mitte der 70er Jahre also in unserer Zeit, der Atommüll der westlichen Industrieländer vergraben wurde. Nun droht die weltweite Erdbebengefahr dieses Endlager zu zerstören. Damit wäre der ganze afrikanische Kontinent in Gefahr.

In einer geheimen Aktion versucht Brandis mit Raumschiffen Container mit dem Müll in die Sonne zu schicken. Doch bevor die letzten Hinterlassenschaften der Vergangenheit abtransportiert werden können, gibt es ein Erdbeben der Stärke 9 und der Vulkan des Kilimandscharo bricht aus..

Hier setzt nun die Handlung des zweiteiligen Hörbuchs „Alarm für die Erde“ ein, was Anfang November nun erschienen ist. Brandis wurde zum Hochkommissar für die Evakuierung der Bevölkerung ernannt und hat damit weitesgehende Vollmachten. Der gegenerische Staatenbund, die Republiken, mit der Hauptstadt Peking, lehnt jegliche Aufnahme von Flüchtlingen ab. Ein schwarzafrikanische Terroreinheit, macht Propaganda gegen die Evakuierung. Sie unterstellt, es wäre nur ein Vorwand, um den Schwarzen das Land abzunehmen. Deshalb greifen sie die Helfer und die Evakuierungstransporter an.

Auch innerhalb der Union der Kontinente Europa, Amerika und Afrika kommt es in der Administration der Regierung zu alptraumhaften Entscheidungen. Da man nicht jeden retten könne, soll ausgewählt werden, wer einen Platz auf einem Transporter bekommt.

Science Fiction? – Das Buch unter dem gleichen Titel, wie das Hörspiel: ja. Allerdings kommt das Hörspiel in der Realisation in einer alptraumhaften, realistischen Weise daher, was geschehen könnte, wenn etwas geschieht. Unter einer dünnen Haut der Zivilisation könne in einer extremen Situation schnell alles Humane verloren gehen.

Brandis, Mark: Alarm für die Erde. Teil 1 und Teil 2. Erschienen: November 2011

Die Buchvorlage ist unter dem gleichen Titel bereits 1976 erstmals veröffentlicht worden.

Haftnotiz 137: Cyberkrieg – Wettrüsten im Internet

Der Autor Daniel Leisegang beschreibt in dem Aufsatz seine These, dass viel zu oft und viel zu untreffend von Cyberwar geredet würde, wo eher von Internetkriminalität, Industriespionage oder kriminellen Hackern zu reden wäre. Leisegang sieht politisch-wirtschaftliche Interessen ein Bedrohungsszenarium herbeizureden, damit die Staaten Rüstungsprogramme für den Cyberspace initiieren. Dies scheint in einzelenen Staaten bereits zu geschehen. So könne aus der theoretischen Möglichkeit eines Cyberwars wirklich mal einer entstehen. Es ist ein sicherlich interessanter Aufsatz, der die wirtschaftlich-politischen Verflechtungen der Diskussion um den Begriff Cyberwar beleuchtet:
Leisegang, Daniel: Das Wettrüsten im Internet : wie aus dem „Cyberwar“ ein realer Krieg zu werden droht, In: Blätter für deutsche und internationale Politik 56 (2011) 11, S. 79-86

Alter Statistikzähler und dafür neue Umgebung für neue Artikel auf WordPress

Kaum war ich mal nicht bei WordPress, um mich um meinen Blog zu kümmern, da ist es mit den hohen Klickraten vorbei. Schade :sad: ! Schön war’s ja doch. Dafür schreibe ich nun in völlig neu gestalteten Umgebung von WordPress. Es ist schon etwas anstrengend, dass WordPress scheinbar dauernd etwas verändert :???: