Haftnotiz 88: Urheberrecht im Alltag

Vero – auch immer wieder gern von mir hier gesehene Gästinnenautorin ;-) auf diesem Blog – und ich, wir versuchen derzeit zu klären, ob wir Buchrezensionen auf unseren Blogs mit Buchcovern aufhübschen können. Freundlicherweise hatte Vero auf dem Blog netbib einmal die Frage in die bibliothekarische Bloggerwelt gegeben, ob jemand verlässliche Informationen darüber hat, ob man Buchcover auf dem eigenen Blog zeigen darf. Leider hatte  dies unter netbib keinen Erfolg :-(  .

Nun habe ich per Zufall den folgenden Titel der Bundeszentrale für politische Bildung zum Thema gefunden. Das Buch ist leider bereits drei Jahre alt, kann aber in gut verständlicher Form informieren, was man darf und was nicht u.a. auf dem eigenen privaten Blog:

Urheberrecht im Alltag : kopieren, bearbeiten, selber machen / Bpb, Bundeszentrale für Politische Bildung. Hrsg. von Valie Djordjevic … – Bonn: Bundeszentrale 2008. –  (Bundeszentrale für Politische Bildung <Bonn>: Schriftenreihe / Bundeszentrale für Politische Bildung ; Bd. 655)

Das Buch (Achtung sehr große Datei) ist als PDF abrufbar unter:
http://www.bpb.de/files/0GKFWO.pdf

Dort ist auf den Seiten 140-141 die Frage der Buchcover auch erwähnt. Danach gehe ich davon aus, dass auch das Abphotographieren eines Covers, um es im Blog einzubinden, nicht erlaubt ist. Auch wenn es oftmals gutgehen mag, darf man nicht denken, dass es rechtlich zulässig wäre. Es bleibt also nichts anderes übrig, jedesmal die Presseabteilung des betreffenden Verlags zu fragen, ob sie einverstanden sind. Es gibt leider genug Rechtsanwälte, die sich auf Abmahnungen spezialisiert haben, was das Urheberrecht angeht, selbst wenn man nicht kommerzielle Interessen mit dem eigenen Blog verfolgt.

In einem Dossier der Bundeszentrale sind wichtige und interessante Informationen zum Thema zusammengestellt: http://www.bpb.de/themen/0GNUL9,0,Urheberrecht.html

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6 Antworten zu “Haftnotiz 88: Urheberrecht im Alltag

  1. Disclaimer: Ich bin kein Jurist!

    Laienmeinung: Buchcover sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Da es sich bei Rezensionen um normalerweise willkommene Öffentlichkeitsarbeit für die entsprechenden Autoren und Verlage handelt, wird vermutlich nicht dagegen vorgegangen. Rein rechtlich wäre es in den meisten Fällen jedoch sicherlich möglich.

    Es gibt viele APIs, über die man Buchcover einbinden kann, zum Beispiel von Amazon. Inwieweit man dabei den rechtlichen schwarzen Peter an Amazon weitergibt, weiß ich nicht.

  2. Pingback: Gelesen in Biblioblogs (17.KW’11) « Lesewolke

  3. Buchcover sind tatsächlich urheberrechtlich geschützt. Das Gesetz sieht jedoch eine Ausnahme zur Verwendung in Ausstellungskatalogen oder zu Verkaufszwecken vor (§ 58 UrhG). Dort ist die Verwendung von Abbildungen ausnahmsweise gestattet. Leider fallen Blogs nicht unter diese Ausnahme.
    Ein besonderes Problem bei Covern ist es, dass manchmal nicht einmal die Verlage oder die Autoren die Rechte besitzen. Verlage werden daher auf Nachfrage oft zögern, die Erlaubnis zur Verwendung zu erteilen. – Selbst wenn sie eigentlich nichts dagegen haben. Näheres dazu steht im Schreiben des Börsenvereins an den dbv zur Kataloganreicherung: http://is.gd/dnIofI .
    DBV-Mitgliedsbibliotheken können sich in allen Zweifelsfragen an die Rechtskommission wenden.

    • Lieber Herr Dr. Upmeier,
      herzlichen Dank für die grundsätzliche Klarstellung aus juristischer und bibliothekarischer Sicht.

  4. Wow – das hast Du aber sehr professionell gelöst (bekommen) – vielen Dank!
    Beeindruckte Grüße von uns allen!^^

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