Archiv der Kategorie: Bibliothekskatalog

Haftnotiz 102: Britisches Parlament beschäftigt sich mit Katalogisierungsregeln

Keine Sorge, das war nicht in diesem Jahr 2011, sondern 1849, dass das britische Parlament sich um die Büchersammlung des Britischen Museums kümmerte. Die Bücher waren bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht katalogisiert und deshalb nur unzureichend nutzbar. Einen ganz amüsanten Aufsatz dazu ist in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift “Damals” zu finden:

Kleinschmidt, Harald: Was geschieht mit Voltaire?, In: Damals 43 (2011) 7, S. 72-77

Nachtrag zu: Haftnotiz 98: Vascoda und virtuelle Fachbibliotheken

Ich bin ja schon etwas erstaunt, über das relativ große Interesse an meiner Meinungsäußerung zu Vascoda un den virtuellen Fachbibliotheken. Natürlich hat Michael Hohlfeld Recht, wenn er in seinem Kommentar bei Lesewolke klarstellt, dass das Vascoda-Portal bereits länger abgeschaltet ist und der Verein im Nachhinein aufgelöst werden soll. Aber um diese Details ging es mir auch nicht.

Vielleicht wurde es in meiner Meinungsäußerung nicht so deutlich. Im alten Vascoda-Portal musste man immer ziemlich oft hin- und herklicken, bis man einen Hinweis fand, in welcher Virtuellen Fachbibliothek man für das eigene aktuelle Thema suchen könnte. Allein diese “Auswahl der ViFa” fand ich für den Benutzer recht umständlich und man benötigte Ausdauer. Ich erinnere mich auch, wie ich oft genug in ”Klickschleifen” – mir fällt kein anderes Wort dafür ein - herumirrte und nicht zu Recherchemasken kam. Ich kann mich irren, aber war da nicht auch eine Suche über die Fachportale?! Jedenfalls fand ich es nicht besonders gut nutzbar, d.h. es war für mich nicht intuitiv.

Man möge mich bitte nicht missverstehen: Ich finde es schade, dass es das Vascoda-Portal nicht mehr gibt. Das Portal erweckte den Eindruck, dass man zuviel auf einmal wollte. Ich bin wirklich kein Freund von Google. Aber der Suchmaschinen-Riese hat doch vorgemacht, was die Nutzer “wollen”: eine einzeilige Suchmaske, in der man alles eintragen kann, was man sucht. Die erweiterte Suchmaske von Google kenne ich natürlich, aber viele kennen und nutzen diese doch gar nicht.

Viele Studenten, an die sich die Virtuellen Fachbibliotheken doch wenden, kennen anscheinend diese nicht. Ansonsten kann ich mir nicht erklären, wie ich oft genug Aussagen von Studenten zu hören und zu lesen bekomme, zu ihrem Thema gäbe es nichts.

Das mich bitte niemand falsch versteht. Ich finde die Arbeit der ViFas toll und nützlich. Ich frage mich aber auch, warum sie anscheinend nicht ausreichend genug bekannt sind: Gut, alle Bibliotheken müssen im Alltag immer und immer wieder darauf hinweisen. Aber ich möchte meinen Eindruck zur Diskussion stellen: dass die immer unterschiedlich aufgebauten ViFas nicht sehr dazu einladen, mit unterschiedlichen Virtuellen Fachbibliotheken zu arbeiten. Gut, wenn jemand ein bestimmtes Fach studiert, wird er nicht alle anderen ViFas benötigen, aber es würde bei Themenüberschneidungen von Fächern und Fragestellungen wohl dann doch notwendig. Wenn man sich bei einem Fachportal durchgebissen hat, kann man beim Nächsten wieder anfangen. Wieviele Benutzer werden dies tun? Und auf manchem Portal werde ich vom geballten Angebot überfordert. Da sind so viele Suchmöglichkeiten und Zusatzangebote …

Haftnotiz 98: Vascoda und virtuelle Fachbibliotheken

Bereits Anfang des Jahres wurde leider (!!!) das zentrale Rechercheportal der Virtuellen Fachbibliotheken in Deutschland abgeschaltet. In unserer Zeit, in der Internetnutzer schnell ungeduldig werden, wenn sie mit ein oder zwei Klicks nicht die gewünschte Information finden, war das Finden der richtigen Virtuellen Fachbibliothek über das zentrale Vascoda-Portal leider nicht selbsterklärend und erforderte Geduld. So wurde das zentrale Portal zur Recherche nach wissenschaftlichen Informationen zu einem “nur” Blog bei WordPress. Die Virtuellen Fachbibliotheken existieren glücklicherweise noch – aber aus meiner beruflichen Erfahrung und Kontakt mit Studenten muß ich mich doch fragen, ob Vascoda oder die Virtuellen Fachbibliotheken wirklich ausreichend bekannt sind. Es wird so viel von Medienkompetenz bzw. den Digital Natives erzählt und geschrieben, die ganz selbstverständlich mit den neuen Medien aufgewachsen wären und sie ganz selbstverständlich beherrschen würden. Aber ist die Kompetenz relevante von unrelevanten Informationen zu trennen und wissenschaftlich verlässliche Quellen im Netz zu finden wirklich so selbstverständlich? Da habe ich doch meine Zweifel. Ich möchte damit wirklich nicht falsch verstanden werden. Es soll nicht hochmütig klingen, sondern ich möchte schlicht realistisch sein.

In den Virtuellen Fachbibliotheken werden Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken, Monographien, aber auch Online-Texte recherchierbar gemacht. Dann muß ich aber in der Praxis hören, es gäbe nichts zum gesuchten Thema :-( – was schlicht nicht stimmt. Da muß ich sagen, Wikipedia zu nutzen und zu zitieren, reicht nicht aus. Zur Erinnerung für die, denen Vascoda bekannt ist und zur Neuentdeckung empfohlen, hier der Link auf die Übersichtsseite der Virtuellen Fachbibliotheken.

Virtuelle Fachbibliotheken in Vascoda

Aber was meinen Andere? Sollte man die Virtuellen Fachbibliotheken abschaffen – wegen Erfolglosigkeit bzw. Nichtbeachtung durch die Nutzer? Oder sollte man nicht ein Dennoch dagegensetzen und immer wieder darauf hinweisen?

Haftnotiz 85: Erziehungswissenschaftliche, bibliothekarische Datenbank mit Volltexten (EERQI)

Im Rahmen des Projekts European Educational Research Quality Indicators (EERQI) = “Europäische Qualitätsindikatoren für die Forschung im Bereich der Erziehungswissenschaft“ wurde u.a. eine bibliothekarische Datenbank mit Volltexten erstellt. Es können Aufsätze, wie auch Monographien recherchiert werden.

Ich finde, Europa “leidet” wieder einmal an den vielen Förderprogrammen und Einzelinitiativen. Nur durch Zufall habe ich das Angebot gefunden. Ich wünschte mir, es gäbe ein EU-Portal mit allen Volltext- und bibliographischen Datenbanken. Das würde mir als Bibliothekar die Arbeit erleichtern und den Nutzungsgrad solcher Angebote in der Öffentlichkeit erhöhen.

Gastbeitrag: Tischendorf auf der Suche nach der ältesten Bibel

[Tetraevangeliar] aus dem 10. Jahrhundert / © 2011 Universitätsbibliothek LeipzDie Internet-Edition des Codex Sinaiticus bringt die wechselvolle Geschichte der bedeutendsten Entdeckung Tischendorfs zu einem guten Ende, woran alle vier Einrichtungen mitgewirkt haben, die Teile der Handschrift besitzen: neben der Universitätsbibliothek Leipzig die British Library London, die Russische Nationalbibliothek St. Petersburg und das Katharinenkloster auf dem Sinai.

Die offenbar dazu gehörende Ausstellung ist eine Zusammenarbeit der Universitätsbibliothek Leipzig mit dem Lehrstuhl für Byzantische und Neugriechische Philologie der Universität Leipzig:

Tischendorf und die Suche nach der ältesten Bibel

Sie ist zu finden in der Bibliotheca Albertina, Beethovenstr. 6, 04107 Leipzig
18. Februar bis 29. Mai 2011, täglich geöffnet von 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei

Haftnotiz 81: DigiTheo

Kolleginnen und Kollegen, die auch nebenher einen bibliothekarischen Blog führen, kennen den Informations-Overkill (‘tschuldigung, wenn es sich martialisch anhört; mir ist klar, dass es nicht politisch korrekt formuliert ist). Bei mir kommt ein überquellender Schreibtisch und eine entsprechende Aufgabenliste hinzu. Dabei bin ich auch noch von einer fiesen Erkältung erwischt worden.

Die Universitätsbibliothek Tübingen hat mit DigiTheo ein Digitalisierungsprojekt im Bereich des SSG “Theologie” in Kooperation mit der DFG gestartet. Der Schwerpunkt liegt bei der Volltexterfassung theologischer Werke aus dem 19. Jahrhundert. Einzelheiten sind zu finden in:

Herrmann, Christian ; Rohlfs, Ingo: Digi-Theo – Deutsche Theologie digital : zu einem Digitalisierungsprojekt der UB Tübingen, in: Bibliotheksdienst 45 (2011) 3/4, S. 259-273.

Haftnotiz 69: Digi20

Die Literatur der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist aus Urheberrechtschutzgründen als Volltexte nur sehr unzureichend im Netz abrufbar. Die DFG hat in Abstimmung mit mehreren Fachverlagen und mit der Bayerischen Staatsbibliothek ein Pilotprojekt für Monographien und Sammelwerke aus den Forschungsbereichen der Geistes- und Sozialwissenschaften begonnen. Auf der Plattform Digi20 kann sowohl nach den bibliographischen Daten, wie auch im Volltext der Bücher recherchiert werden. Die Bücher wurden im Open-Access-Verfahren komplett zur Verfügung gestellt.

Open Accees-Plattform für Literatur des 20. Jahrhunderts

Open Accees-Plattform für Literatur des 20. Jahrhunderts

Weitere Informationen zu Digi20 findet man im folgenden Aufsatz:

Horstkemper, Gregor ; Staub, Alessandra Sorbello: Digi20: Eine Plattform für den freien Zugang zu Forschungsliteratur, in: Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 61 (2010) 12, S. 737-738

Haftnotiz 45: Mehr als nur KVK

In bibliothekarischen Kreisen muß man niemandem erzählen, was der KVK – Karlsruher Virtueller Katalog ist. Aber auch viele Bibliotheksbenutzer kennen dieses tolle Hilfsmittel. Ich bekenne mich dazu, dass ich im Alltag zu selten darauf achte, dass es noch eine ganze Menge Spezial-KVK-Kataloge gibt:

Spezialkataloge zu geographischen Regionen, Kunstgeschichte, Theologie usw.

Haftnotiz 44: Literatur recherchieren und beschaffen

In Bezug auf die Fähigkeit wissenschaftlich zu arbeiten, ist das Internet Fluch und Segen zugleich. Jeder, der in einer Bibliothek mit Schülern oder Studenten Kontakt hat, wird dies sicherlich ab und zu auch feststellen. Zum wissenschaftlichen Arbeiten gehört es, dass man den Stand der Forschung auf dem betreffenden Gebiet des behandelten Themas die Literaturlage überblickt. Dies gilt zumindest für die Examensarbeiten an den Hochschulen.

Einerseits macht das Internet es einfacher, Literatur zu recherchieren, im Vergleich zur Zeit der gedruckten Bibliographien, aber auf der anderen Seite beschränkt sich die Literaturrecherche – überspitzt formuliert – auf Google und Wikipedia.

Daher haben die Kollegen der Universitäts- und Landesbibliothek Münster eine hervorragende Anleitung ins Netz gestellt, die wirklich vorbildlich ist. Es handelt sich um ein Angebot ihres Systems Lotse, wo auch Informationen und Links zur Recherche mit den verschiedensten Medien zu finden sind:

Anleitung von Lotse zum richtigen Recherchieren von Literatur

Haftnotiz 43: Aufsätze zu Theologie und Friedensforschung

In meiner Hafnotiz 36 hatte ich ja bereits den allgemeinen Index theologicus vorgestellt. Zur Ergänung möchte ich heute auf den Online-Katalog der Bibliothek des Insituts für Theologie und Frieden in Hamburg hinweisen. Hier sind nicht nur Bücher im weitesten Sinne zum Themenkomplex Theologie und Friedensforschung, sondern auch Aufsätze aus Zeitschriften und Sammelwerken zu finden. Dies ist der entscheidende Vorteil im Vergleich zu allgemeinen Bibliothekskatalogen oder auch interdisziplinären Aufsatzdatenbanken, wie z. B. die IBZ, da hier sehr detailliert die unselbstständige Literatur, d.h. also die Aufsätze erschlossen sind.

Benutzerkatalog mit der Recherchemöglichkeit nach Aufsätzen aus Zeitschriften und Sammelwerken