Haftnotiz 60: Mark Brandis – War da nicht etwas …? – Hörbücher

Das mag sich mancher vielleicht gedacht haben, der in den Siebzigern und Achtzigern aufgewachsen ist. Anfang der Siebziger begann der katholische Herder-Verlag eine Science Fiction-Jugendbuchreihe zu veröffentlichen. Es war die Zeit der Mondflüge und von Weltraumstationen im Erdorbit. In diese Begeisterung hinein wollte Herder auch in Bereich der Science Fiction etwas anbieten, was sich explizit an Jugendliche richtete, die sich für die Raumfahrt interessierten.

Wer heute an Science Fiction denkt, dem fällt in Deutschland Filme und Bücher mit interstellaren Weltraumschlachten und abstrusen Erfindungen und Aliens ein. Erfreulich anders die Mark Brandis-Buchreihe, die zwischen 1970 und 1987 erschienen ist. Als die Buchreihe im Herder-Verlag erschien, wurde der Name des eigentlichen Autoren nie veröffentlicht. Die Bücher erschienen unter dem Namen des Protagonisten Mark Brandis. Dabei wurden die Geschichten immer hauptsächlich aus der Ich-Perspektive geschildert und durch scheinbare „Protokolle“ aus Akten ergänzt.

Hinter der Buchreihe stand der deutsche Autor Nikolai von Michalewsky, der selbst ein abenteuerliches Leben in den verschiedensten Berufen im Ausland geführt hatte. Michalewsky beschreibt eine Welt in 100 Jahren, die zwar technisch fortgeschritten ist, aber noch immer die Erforschung des eigenen Sonnensystems nicht abgeschlossen hat.

Was für Science Fiction ungewöhnlich ist: nicht die Technik steht im Vordergrund, sondern der Mensch mit seinen Fehlern, Schwächen und Stärken. In einer guten Tradition von Science Fiction danach zu fragen: Was wäre wenn?

So geht es in der zweigeteilten Welt eines westlichen Blocks der Union der EAAU und der östlichen Republiken VOR, angeführt von Peking, in den ersten vier Bänden um einen Bürgerkrieg in der EAAU, um einen Kampf zwischen Diktatur und Demokratie.

Die Bücher werden derzeit behutsam modernisiert als Hörspielreihe veröffentlicht. Verantwortlich für die Umsetzung der Bücher ist Balthasar von Weymar und für die Musik und die Geräusche Joachim-C. Redeker. Neben einem ausgezeichneten Sprecherensemble spielt Michael Lott – auch aus diversen Fernsehrollen bekannt – die Titelrolle Mark Brandis.

Es ist großes Kino für die Ohren, was an Geschichten, Sound und Musik mit viel Liebe zum Detail hier geboten wird und man merkt, dass die Jugendbücher im Vergleich zu manch anderer Jugendbuchreihe nichts von ihrer Qualität verloren haben – auch für Erwachsene. Wenn man ansonsten mal seine Jugendbücher hervorkramt, wundert man sich manchesmal, was man früher für einen Geschmack gehabt hatte. Es zeichnet aber Geschichten aus, die bei Jugendlichen und Erwachsenen funktionieren.

Die Titel der ersten Bände und Hörspiele:

  1. Bordbuch Delta VII
  2. Verrat auf der Venus
  3. Unternehmen Delphin
  4. Aufstand der Roboter

Hier weitere Information.

2 Antworten zu “Haftnotiz 60: Mark Brandis – War da nicht etwas …? – Hörbücher

  1. Spannende Bücher mit wichtigen Themen, aber ohne „Zeigefinger“! Die Hörspiele stehen dem in nichts nach und sind zum Glück von Leuten gemacht, die was sowohl von ihrer Sache als auch von der Welt dieses Mark Brandis verstehen.

  2. Pingback: Haftnotiz 87: Mark Brandis und das strahlende Erbe | Lemy's Blog

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