Haftnotiz 110: Mark Brandis und das strahlende Erbe – 2

Zuletzt hatte ich nach der Katastrophe in Japan hier zu der Zukunftsvision aus der Mark Brandis-Buchreihe berichtet.

Die Produzenten der Mark Brandis-Hörspielreihe waren gerade an den Abschlussarbeiten für das Hörspiel „Operation Sonnenfracht“. Da bebte die Erde in Japan, der Tsunami rollte über die Küste und in Fukushima geschah die Atomkatastrophe. Nun könnte man meinen, die Macher der Hörspiele hätten „nur“ clever die Situation der Katastrophe ausgenutzt, aber die Vorlage zu „Operation Sonnenfracht“ wurde bereits 1975 von Nikolai von Michalewsky veröffentlicht. In der Reihe der Buchfolge wäre der Zyklus um das strahlende Erbe der Menschheit, der sich über vier Bücher erstreckt, ohnehin an der Reihe gewesen, vertont zu werden.

Gute Science Fiction, die sich nicht in wilden Raumschlachten mit allerlei Aliens erschöpft, trägt aber den Keim von Problemen der Gegenwart in sich, projiziert sie in die Zukunft und warnt vor den Folgen gegenwärtiger Entwicklungen.

Die Vor-, aber auch Nachteile der Atomenergie, hatten unsere Generationen. Die Nachteile allein überlassen wir unzähligen Generationen nach uns.

Aber nun zum Inhalt der Geschichte: Mark Brandis ist mit seiner Crew zu einem Public Relations-Auftritt der zivilen Raumfahrtbehörde VEGA in San Francisco an einem Tag der offenen Tür verdonnert worden. Es sind tausende Besucher gekommen, die Hangar, wo verschiedene Raumschiffe ausgestellt sind, sind überfüllt.

Wie schon öfters vorher geschehen, treten kleinere Erdbeben auf, die aber niemand beunruhigen. Der Ort ist in der Sankt Andreas-Spalte, wo öfters Erdbewegungen zu verspüren sind. Doch dann geschieht ein Erdbeben der Stärke 9. Der Hangar, in dem die Crew von Mark Brandis sich aufhält, droht einzustürzen. Panik bricht aus. Instinktiv weiß Brandis, dass das Erdbeben noch schlimmer werden wird. Er befiehlt seiner Crew, sich bei ihrem Raumschiff Hermes zu treffen, um sofort zu starten. Die Startbahn vor ihnen bricht auseinander, aber sie können gerade noch in letzter Sekunde starten. Vom Raumschiff aus müssen sie mitansehen, wie San Francisco in der Sankt Andreas-Spalte versinkt.

Im VEGA-Hauptquartier erfährt Mark Brandis, dass weitere weltweite schwere Erdbeben erwartet werden. Zudem fordert der afrikanische Teil der Union, dass die Lasten des atomaren Erbes neu verteilt werden. Am Ende des atomaren Zeitalters hatten der europäische und amerikanische Kontinent den atomaren Müll in den Krater des Kilimandscharo kippen und versiegeln lassen. Es war ein Geschäft für beide Seiten. Die einen hatten ein vermeintlich sicheres Endlager und kein Problem mit ihren Wählern, die anderen bekamen Geld und dachten nicht daran, was in der Zukunft sein könnte.

Doch nun droht der Vulkan mit seinem strahlenden Erbe bedingt durch ein Erdbeben auszubrechen. Bevor dies geschieht, versucht Mark Brandis in einer verzweifelten und geheimen Aktion die verstrahlte Fracht mit Raumschiffen in die Sonne katapultieren zu lassen. Doch etwas geht schief.

Die Geschichte der „Operation Sonnenfracht“ stellt im Buch, aber auch in einer beachtenswerten Umsetzung als Hörspiel, Fragen danach, ob wir verantworten können, leichtfertig über den Verlauf der Zukunft zu verfügen, wenn man bedenkt, dass die Halbwertszeit zwischen 30 Jahren bei Cäsium bis 24.000 Jahre bei Plutonium beträgt.

Mark Brandis/Operation Sonnenfracht, 1 CD, ISBN 978-3-8291-2439-3

Eine Antwort zu “Haftnotiz 110: Mark Brandis und das strahlende Erbe – 2

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