Haftnotiz 134: Die Deutsche Digitale Bibliothek – Literaturtipp

Neben der Europeana auf europäischer Ebene, die eine digitale Plattform für Bibliotheken, Archive und Museen aufbaut, gibt es seit einiger Zeit auch für Deutschland eine entsprechende Initiative: die Deutsche Digitale Bibliothek. Das nationale Projekt ist allerdings noch immer nicht im Echtbetrieb, sondern in der Entwicklungsphase. Im Jahr 2012 ist der Start für die DDB geplant. In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift „Fachbuchjournal“ ist ein Interview mit Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Vorstandssprecher des Kompetenznetzwerks Deutsche Digitale Bibliothek veröffentlicht, was auch im Netz abrufbar ist. Der Link verweist auf die komplette Ausgabe der Zeitschrift:

Parzinger, Hermann: Die Deutsche Digitale Bibliothek – ein Jahrhundertprojekt, In: Fachbuchjournal 3 (2011) 5, S. 6-15

In dem Interview stellt Parzinger seine Finanzierungsstrategie auf vier Säulen auf: 1. Geld vom Bund un den Ländern zur Digitalisierung von Inhalten. 2. Nationale Drittmittel (DFG) und aus EU-Programmen. 3. Die Kultureinrichtungen, die die Orignale bewahren, sollten als Daueraufgabe die Digitalisierung für sich entdecken. 4. Public Private Partnership, wie z.B. bei Google Books und der Bayerischen Staatsbibliothek.

Ich möchte nicht in Schwarzmalerei „machen“, aber es scheint mir doch in Zeiten, wo an allen Ecken und Enden Erwerbungsetats zusammengestrichen, Zweigstellen geschlossen oder Arbeitsplätze abgebaut werden, ziemlich illusorisch, dass die Träger der Bibliotheken zusätzlich Geld zur Digitalisierung geben werden. Google oder andere Firmen mit ins Boot zu nehmen, die letztendlich nur an wirtschaftlichen Dingen interessiert sind, da habe ich doch ziemliche Bauchschmerzen. Keine Frage: Es müsste eine ausreichend große Lobby da sein, um wirklich etwas zu bewegen. Eine Lösung habe ich auch nicht.  

Zwar wurden vom Bund 8 Millionen Euro für die Infrastruktur und den Pilotbetrieb investiert, aber dies ist doch ziemlich bescheiden. Ich kann auch nicht ganz nachvollziehen, warum man wieder einmal eine Eigenentwicklung in Deutschland benötigt, wo doch auf europäischer Ebene die Europeana im Beta-Betrieb zumindest schon läuft. Die Ziele von Europeana und der Deutschen Digitalen Bibliothek sind ja inhaltlich gleich.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s