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Mark Brandis, Raumkadett: Verloren im All

Im zweiten Abenteuer wird der junge Raumkadett Mark Brandis in die neu gegründete Astronautenschule der VEGA aufgenommen. An seinem ersten Tag bringt man ihn mit den anderen Anwärtern zu einem Raumhafen an die französische Küste. Dort stehen zwei Raumschiffe bereit, die die neuen Kadetten mit erfahrenen Besatzungsmitgliedern zu einem Trainingsflug ins All bringen sollen. Auf dem Flug haben die Kadetten die Aufgabe Experimente durchzuführen. Jedoch werden die Neulinge im Labor durch einen unvorhergesehenen Vorfall vom Rest des Raumschiffs abgeschnitten. So ist Mark Brandis mit den anderen Kadetten auf sich allein gestellt. Sie wissen nicht, ob noch die Besatzungsmitglieder leben. So suchen sie vom Labor aus einen Weg, das führungslose Raumschiff zur Erde zurückzusteuern.

Wie bei der Originalserie „Mark Brandis“ gelingt die Umsetzung des Stoffes auch hier in bewährt guter Qualität: die Auswahl der Sprecher, das Sounddesign und die Musik sind gut. Zu Bedauern ist, daß die Produzenten im Unterschied zu der Originalserie darauf verzichtet haben, eine „Abspannmusik“ am Ende der Hörspiele vom Raumkadetten vorzusehen. Dies ist wahrscheinlich dem Umstand geschuldet, daß sich die Serie doch an Jugendliche richtet, für die die Auflistung der Namen der Sprecher wohl überflüssig ist.

Mark Brandis, Raumkadett: Aufbruch zu den Sternen

Ich habe in den 70ern und 80ern die Bücher von Mark Brandis damals in der örtlichen Bücherei entliehen und gerne gelesen und als ich mehr per Zufall feststellte, daß die Bücher als Hörspiele neu veröffentlicht werden, griff ich gleich zu und war angenehm überrascht.

Dann kam von Interplanar, den Produzenten der Hörspiele, die Meldung 2015 die Originalserie zu beenden und bereits in diesem Jahr mit einem Prequel zu den Jugendjahren von Mark Brandis zu beginnen.

Es ist ein lachendes, aber auch ein weinendes Auge, was ich dabei habe. In der Originalserie sind liebgewonnene Charaktere bzw. Stimmen, die in einem perfekten Sounddesign und abgemischt mit hervorragender Musik ein hochwertiges Hörerlebnis abliefern. Und einige Bücher haben die Produzenten nicht umgesetzt bzw. einige leider nur auf einer CD verkürzt veröffentlicht. Die Produzenten haben ihre Gründe dafür zwar auf ihrer Internetseite erklärt, aber trotzdem ist es schade!

Nun habe ich mir die erste Folge der Prequel-Serie „Mark Brandis, Raumkadett: Aufbruch zu den Sternen“ angehört.

Venus - 3D Perspective View of Maat Mons

Venus – 3D Perspective View of Maat Mons          Credit: NASA Planetary Photojournal

 

 

Die Produzenten der Orignalserie halten beim neuen Prequel das hohe Niveau in jeder Hinsicht. Zu Beginn wird der jugendliche Mark Brandis mit seiner von ihm angehimmelten Freundin Nina vorgestellt. Brandis hat sich von Nina überreden lassen, in eine Einrichtung der ESA einzubrechen. Dabei werden sie allerdings erwischt und Mark kommt auf eine „schwarze Liste“ der ESA, dass er für eine etwaige Ausbildung als Astronaut ungeeignet ist.

Mark läßt sich aber nicht beirren und schleicht sich als blinder Passagier auf das Transportschiff „Barbarossa“. Algen sollen auf die Venus transportiert werden, um Sauerstoff dort zu produzieren, die es ermöglichen den Planeten zu besiedeln. Die Navigatorin entdeckt Mark allerdings in einem Schrank und bringt ihn zum Captain Nelson. Der hat allerdings aus Prinzip etwas gegen blinde Passagiere und will ihn auf dem Rest der Reise nicht mehr sehen.

Auf dem Weg zur Venus macht die „Barbarossa“ aber Station auf der Gefängnisplattform „Thora“. Dort ist Thorben Wallis, der Gründer der Reinigenden Flamme inhaftiert. Mit seinem Schicksal will dieser sich aber nicht abfinden …

Ein vielversprechende Auftaktfolge für die neue Serie „Mark Brandis, Raumkadett„! In dieser Folge wird schnell deutlich, dass die zwei Machtblöcke EAAU, die Union, und die Vereinigten Orientalischen Republiken, die Republiken, noch nicht gebildet wurden. Die Venus ist noch nicht besiedelt und die Raumfahrtbehörde VEGA ist in ihrer Gründungsphase. Genug Potential, um viele interessante und spannende Geschichten zu entwerfen und zu erzählen.

Mark Brandis: Metropolis-Konvoi – Hörspielrezension

Im vorhergehenden Hörspiel „Ikarus, Ikarus …“ wurde im letzten Moment der Asteroid Ikarus in der Erdatmosphäre zerstört. Zwar konnte dadurch der Einschlag verhindert werden, aber der Staub des Asteroiden verteilte sich in der Atmosphäre rund um den Erdball. Weil der Staub den Regen und damit die Ernten ausfallen ließ, führte dies zu einer Verknappung der Lebensmittel.

Metropolis, die Hauptstadt der Union, hat durch ihre geografische Lage im Atlantik, keine eigenen Ressourcen. In dieser verzweifelten Lage verfolgt Mark Brandis die Spur einer alten Geschichte. Im Bürgerkrieg soll vom General ein riesiges Lebensmittellager auf dem Merkur für den Kriegsfall angelegt worden sein – nur ob es wahr ist oder ein Mythos?

Merkur Credit: NASA

Merkur
Credit: NASA

So macht sich Brandis mit Frachtschiffen und seiner kleinen Flotte der Raumnotretter auf den Weg, ohne zu wissen, ob sie Erfolg haben werden. Die gesellschaftliche Ordnung droht inzwischen in Metropolis auseinanderzubrechen. Und der Lebensmittelkonvoi weckt Begehrlichkeiten von anderen Hungernden, denn die Nachricht vom Konvoi bleibt natürlich nicht geheim. Die Venus-Kolonie, die die Lebensmitteknappheit auch zu spüren bekommen hat, ist darauf aus, den Konvoi zur Venus umzuleiten. Zudem droht das Weltraumphänomen der Goldonischen Sperre dem Konvoi die zeitige Rückkehr zur Erde zu versperren.

 

Hier der Link auf die betreffende Seite der Produzenten mit einem Trailer des Hörspiels.

 

Eine weitere Folge der auf hohem Niveau produzierten SF-Serie nach der gleichnamigen Jugendbuchreihe. Leider wurde das Potenzial der Romanvorlage für eine ausführlichere Umsetzung nicht genutzt. Spannende Szenen der Rückreise des Konvois, wie er angegriffen und die freie Passage in der Goldonischen Sperre sucht, werden von einer Person nur indirekt geschildert, was mit psychodelischer Musik unterlegt wurde. Was bei einigen vorhergehenden Hörspielen der Reihe von einigen Kritikern vorgeworfen wurde, die Geschichte auf zwei CDs in die Länge gezogen zu haben, kann und muß ich leider diesmal entgegengesetzt kritisieren: Ich hätte mir mehr Mark Brandis gewünscht.

Mark Brandis: Ikarus, Ikarus … – Hörspielrezension

Mark Brandis hat mit seiner Frau Ruth einen Ausflug in einen der großen Parks der Hauptstadt Metropolis der Union unternommen. Jedoch hat sich sein ehemaliger VEGA-Chef John Harris angekündigt. Von ihm erfährt er, dass es vor der Operation der Verschiebung des Asteroiden Ikarus Ungereimtheiten gibt. Harris bittet Mark Brandis darum, die Sache einmal getarnt unter der Flagge der Raumnotretter zu untersuchen.

Der Asteroid war der Union als Zeichen des guten Willens am Ende der Folge „Trition-Passage“ geschenkt worden, um Diamanten und andere Bodenschätze auszubeuten. Um die Wirtschaftlichkeit der Bodenschätze zu erhöhen, soll nun der Ikarus in eine Umlaufbahn um den Mond gebracht werden.

Brandis macht sich mit der Besatzung der „Henri Dunant“, seinem Raumschiff in der kleinen Flotte der Raumnotretter, auf den Weg zum Ikarus. Schon bald nach seinem Eintreffen gibt ihm einer der Arbeiter einen Hinweis, dass große Diamenten nicht abtransportiert, sondern ins Innere des Asteroiden gebracht würden. Was mit diesen Edelsteinen geschehe, wüsste niemand.

Brandis macht sich mit seiner Crew auf den Weg ins Innere des Asteroiden, als die künstliche Schwerkraft für Wartungsarbeiten abgeschaltet ist. Dabei machen Sie eine Entdeckung.

Jedoch der Leiter der Abbauarbeiten im Asteroiden, Piet Gumboldt, erweist sich als ein alter Bekannter von Mark Brandis. Hinter dem Namen Piet Gumboldt verbirgt sich ein Intimfeind von Brandis. Er versucht Mark Brandis in der Steuerzentrale des Ikarus umzubringen, aber dessen Crew findet ihn rechtzeitig. Sie schaffen Mark Brandis auf das eigene Raumschiff, aber glauben ihm nicht, dass er nur knapp einem Mordanschlag entgangen ist.

Jedoch stellen sie anschließend fest, dass der Ikarus eine unnatürlich hohe Gravitation entwickelt und der Erde gefährlich nahe kommt. Er droht in den nördlichen Pazifik zu stürzen und damit eine Katastrophe auszulösen …

Credit: NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA

Asteroid
Credit: NASA/JPL-Caltech/UCAL/MPS/DLR/IDA

Die Produzenten von Interplanar, die die Mark Brandis-Reihe auf gleichbleibend hohen Niveau realisieren, haben wieder eine spannende Umsetzung der Romanvorlage abgeliefert: Schauspieler, die Musik, die Geräusche sind bis ins kleinste Detail realistisch und nachvollziehbar umgesetzt. Stimmen klingen in der freien Natur anders, wie in einem kleinen Raum, im Raumschiff, in einem Bergbaustollen oder in einem Raumanzug. Für einen Rezensenten ist es schon fast schwierig, bei einer so detailreichen und engagierten Umsetzung Kritikpunkte zu finden.

Im Hörspiel „Ikarus, Ikarus …“ sind Motive der Romane „Countdown für die Erde“, dem Vier-Bände-Zyklus um die Atomkatastrophe am Kilimandscharo, verarbeitet, wie auch aus dem Roman „Ikarus, Ikarus …“.

Im Roman „Countdown für die Erde“ wird geschildert, dass der Gegenspieler von Mark Brandis immer die Initialen F.C. für seine verschiedenen Identitäten verwendet hätte. Dies wird auch im Hörspiel thematisiert. Nur ist es im Hörspiel so, dass F.C. den aktuellen Namen Piet Gumboldt gewählt hat, der als eine andere Person im Buch „Ikarus, Ikarus …“ auftaucht. Da wurden die beiden Romane doch etwas mit „Macht“ zusammengeschoben, was nicht ganz passt.

Allerdings fängt es schon mit der Eingangszene an, dass eine Szene, die eigentlich erst später, an einem der ersten Höhepunkte der Geschichte chronologisch folgt, als Eröffnungssequenz gewählt wurde. Die Macher von Interplanar haben sich zwar zu Ihren Gründen auf Ihrer Homepage geäußert, aber so ganz glücklich ist die gefundene Lösung nicht wirklich.

Aber im Verlauf der chronolgisch erzählten Geschichte gibt es im Hörspiel einen kleinen Zeitsprung, der nun wirklich nicht hätte sein müssen.

Mark Brandis wird von Piet Gumboldt in der Steuerzentrale des Ikarus eingesperrt und er versucht ihn zu töten. Nach einiger Zeit findet die Crew der Raumnotretter Brandis, bringt ihn auf ihr Schiff und retten ihm sein Leben. Aber sie wollen ihm nicht glauben, dass er Friedrich Chemnitzer gesehen hätte. Bis Brandis sich erholt hat, schließen sie ihn in seinem Raum ein.

In der nächsten Szene sitzt Mark Brandis auf der Brücke und seine Crew und er jagen Chemnitzer und dabei haben sie ihren Bekannten auf dem Ikarus eingeschaltet, der für sie Kontakt zur Strategischen Raumflotte aufgenommen hat.

Als ich das Hörspiel das erste Mal hörte, dachte ich: Da fehlt aber etwas! Natürlich ist es nicht spannend, wenn man schildert, wie Brandis seine Crew überzeugt, dass er doch Chemnitzer auf dem Ikarus begegnet ist und wie sie beschließen Schritte gegen ihren Gegenspieler einzuleiten. Aber vielleicht hätte es eine elegantere Lösung gegeben.

Aber letztlich kann man als „Kritik“ eigentlich nur anbringen, dass man mehr von Mark Brandis gerne hören würde. Ich finde, es war eine bedauerliche Entscheidung von Interplanar, bei der Länge der Hörspiele von 2 wieder auf 1 CD zu gehen. Schade! Aber besser ist, dass man sagen kann, es ist zu kurz, wie zu lang.

Mark Brandis: Raumposition Oberon – Hörspielrezension

Das aktuelle Abenteuer endet, wo „Blindflug zur Schlange“ endete. Mark Brandis konnte mit Unterstützung der Union und der gegnerischen Republiken die unabhängigen Raumnotretter gründen – eine Organisation im Weltraum, die unabhängig der Staatenzugehörigkeit Menschen in Raumnot zur Hilfe eilt.

Hauptquartier ist ein etwas heruntergekommener Bereich in der neutralen Mond-Stadt Las Lunas. Dort sind auch die ausrangierten alten Raumschiffe stationiert, die die Union und die Republiken der neutralen Hilfsorganisation zur Verfügung stellte. John Harris schickt Mark Brandis dessen alte Delta VII, mit der er den Bürgerkrieg, geschildert in den ersten vier Büchern bzw. Hörspielen, überstanden hatte. So wird die Delta VII zum Flagschiff der Raumnotretter.

Mit Brandis ist auch dessen alte Crew von der VEGA zu den Raumnotrettern gewechselt. Aber auch aus den Republiken haben sich Besatzungen gefunden, die der gemeinsamen Sache dienen wollen. Kaum sind sie auf Las Lunas eingetroffen und die ersten Raumschiffe stehen zur Verfügung, schon erhalten die Weltraumretter den ersten Notruf von John Harris, dem Leiter der zivilen Raumfahrtbehörde VEGA.

Die gegnerischen Republiken haben versucht eine militärische Raumstation in eine für sie günstige Umlaufbahn um die Erde zu bringen, da die Union ihre Station an der gleichen Stelle aufgeben und nicht gleich neu besetzen konnte. Doch die neue Station der Republiken droht abzustürzen, bevor sie die vorgesehene Umlaufbahn erreicht hat. Um sie nicht in die Hände der Union fallen zu lassen, zerstörten die begleitenden Raumschiffe der Republiken die Station.

Erde

Credit: NASA

John Harris bittet die Raumnotretter zwei Stationen: eine Forschungsstation und ein Weltraumkloster zu evakuieren: rund 120 Besatzungsmitglieder innerhalb von 12 Stunden. Raumschiffe der VEGA oder der strategischen Raumflotte stehen nicht zur Verfügung. So macht sich Mark Brandis mit seinen wenigen Schiffen auf den Weg.

Schon bei der Wissenschaftsstation, deren Besatzung sie abbergen wollen, kommt es zu ersten Verzögerungen. So bleibt nicht mehr ausreichend Zeit, um das Weltraumkloster vor der anfliegenden Weltraumschrottwolke zu evakuieren. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt …

Wie immer ist das Hörspiel technisch und künstlerisch perfekt umgesetzt. Wie in allen Hörspielen zuvor, hat das Produzentenduo eine komplette Geräuchkulisse inszeniert, die automatisch ein Bild im Kopf des Zuhörers entstehen lässt. Es ist schon eine Kunst, eine mögliche zukünftige Welt mit Geräuchen entstehen zu lassen, die realistisch klingt. Dabei ist durchgängig auch bei dem Klang der Stimmen darauf geachtet worden, ob die Personen in einem Raum, in einem Raumschiff oder Raumanzug sich im Laufe der Geschichte befinden.

Mit großem Engagement und Spielfreude sind auch die Schauspieler bzw. Sprecher des Hörspiels bei der Sache. Sowohl die Crew von Mark Brandis und damit um Michael Lott, der die Hauptrolle spricht, wie auch die Gastsprecher machen ihre Arbeit gut.

Die Buchvorlage wurde zwar ziemlich weitesgehend für das Hörspiel überarbeitet, aber das ist weder ein Vor- noch ein Nachteil. Der „Geist“ der Mark Brandis-Reihe ist hervorragend umgesetzt.

Mark Brandis: Blindflug zur Schlange – Hörspielrezension

Wie bei der zuvor erschienenen Hörspielfolge „Triton-Passage“ gibt es nur einen einzigen Kritikpunkt: man kann sich nur mehr Mark Brandis wünschen. Es ist bedauerlich, dass die Produzenten und Macher der Mark Brandis-Hörspiele sich dazu entschieden haben, die jeweilige Buchvorlage nicht mehr auf zwei CD’s, sondern nur noch auf einer unterzubringen.

Aber nun zur Geschichte: „Blindflug zur Schlage“ schließt sich fast nahtlos an die Geschehnisse in „Triton-Passage“ an. Mark Brandis hat die VEGA verlassen, da er in seiner Arbeit dort keinen Sinn mehr sah. Zudem wollte Brandis einem drohenden Verfahren durch den Interims-Chef der VEGA, Dr. Mildrich, entgehen. Der langjährige Chef der VEGA, John Harris, der auch Mentor von Mark Brandis ist, wurde durch politische Ränkespiele vom Amt verdrängt.

So hat Brandis kein Kommando mehr über ein Raumschiff.

Grischa Romen, ein Mitglied aus der Besatzung von Brandis ehemaligen Kommando, ist inzwischen zum Captain aufgestiegen und hat den nächsten Prototyp, das Schiff Nicola Tessler, zu einem Testflug bekommen. Dazu war eigentlich Brandis vorgesehen.

Romen machte die große Testrunde zur Venus und dem Asteroidengürtel und kehrte nicht zurück. Sonden haben die Trümmer des Testschiffes entdeckt, aber keine Überlebenden. Die VEGA und die Behörden der Union gehen davon aus, dass Piraten im Weltraum das neue Schiff angegriffen und zerstört haben.

Venus

Credit: NASA

Brandis will sich nicht damit abfinden und macht sich als Privatmann, unterstützt von Pablo Torrente auf den Weg. Unter falschem Namen, getarnt als Techniker, reisen sie zum südamerikanischen Weltraumbahnhof. Dabei wählten die Macher der Mark Brandis-Hörspiele für das im Hörspiel von Mark Brandis verwendete Pseudonym den Namen „Nick Norden“, ein Pseudonym, den auch Nikolai von Michalewsky für eine andere Romanreihe wählte. Von Michalewsky war der Autor, der hinter den Mark Brandis-Bänden steckte.

Dort am Weltraumbahnhof wollen Brandis und Torrente sich über einen illegalen Kontakt auf einem Weltraumfachter schmuggeln lassen. Es stellt sich heraus, dass die Raumroute von einer alten „Bekannten“ kontrolliert wird, der „Schnittstelle“. Zuvor tauchte die „Schnittstelle“ in der Hörspielfassung „Die Vollstrecker“ auf. Es ist schön zu sehen, wie die beiden Produzenten Jochim-C. Redeker und Balthasar von Weymarn, Fans der Buchreihe der 70er und 80er Jahre mit Achtung und Begeisterung für die Bücher nicht nur die Vorlagen angemessen aktualisieren, wo es sinnvoll ist, sondern auch unter den einzelnen Geschichten Verknüpfungen vornehmen, wo zuvor keine waren. Dadurch schaffen sie eine vollständige Welt von Mark Brandis, die sich in jeder neuen Folge durch neue Charaktere erweitert, aber auch durch Figuren aus vorhergehenden Geschichten abgerundet wird.

Die „Schnittstelle“ verschafft Brandis und Torrente also einen Flug auf einem geheimnisvollen Frachter, der abhebt, obwohl sie keine Besatzung antreffen. Sie werden von einem Mann überwältigt, der sich „Fährmann“ nennt und im Bunde mit den Piraten der „Schlange“, dem mächtigsten Piratenanführer, steht. So kommen sie auf das Schiff der „Schlange“, einem skrupellosen Piraten. Doch dort kommen sie auch Romens Schicksal auf die Spur …

Haftnotiz 228: Mark Brandis „Triton-Passage“ – OT

Im neuen Hörspiel nach dem Roman „Triton-Passage“ von Nikolai von Michalewsky haben die Macher der Mark Brandis-Hörspielreihe wieder ein spannendes Abenteuer aus der Welt der Zukunft abgeliefert.

Neptun

Credit: NASA

 Mark Brandis ist für eine gemeinsame wissenschaftliche Mission der Strategischen Raumflotte und der zivilen Raumfahrtbehörde VEGA abkommandiert. So führt er als zweiter Kommandant neben Commander Bush, der von der Strategischen Raumflotte kommt, das Raumschiff Explorator.

 In einem Verband mehrerer Raumschiffe wird das astronomische Phänomen einer Hypernovae beobachtet. Bei allen Beteiligten hat sich eine etwas gelangweilte Routine eingeschlichen.

 Da meldet sich der Chef der VEGA, John Harris, bei Mark Brandis. Der gegnerische Staatenblock, die Republiken, haben sich auf inoffiziellen Wege bei ihm und der Strategischen Raumflotte gemeldet. Ein Raumschiff der Republiken, die Han Wu Ti, ist ohne Antrieb im Orbit des Neptun havariert. Das Schiff droht von der Gravitationskraft des Neptun angezogen und dabei zerstört zu werden. Zudem geht die Energie der Lebenserhaltungssysteme zuneige.

Mark Brandis ist überhaupt nicht begeistert. Die Welt ist noch immer zweigeteilt in die Union und die Republiken, die von Peking aus regiert werden. Zudem ist Südafrika von den Republiken seit der atomaren Verseuchung durch das Endlager im Vulkan des Kilimandscharo (beschrieben in „Operation Sonnenfracht“ und in „Alarm für die Erde“) besetzt.

Brandis sieht auch Probleme durch das gemeinsame Kommando mit der Strategischen Raumflotte. Er sieht sich nicht frei in seinen Entscheidungen. John Harris spricht seinen Beschluß nicht mit der Strategischen Raumflotte ab, sondern beauftragt Brandis, die Überlebenden der Han Wu Ti-Katastrophe zu bergen.

Mark Brandis macht sich auf die Rettungsmission. Er kann aber nur noch ein sechzehnjähriges Mädchen lebend bergen. Dabei gerät die Explorator selbst in Gefahr. In einem Gravitationsfeld zwischen den Monden des Neptun droht die Explorator auf den Neptun zu stürzen.

Die Besatzung der Explorator kann sich retten, aber ihr eigener Antrieb springt nicht mehr an und dann versagt auch noch das neuartige Lebenserhaltungssystem.

Von unerwarteter Seite kommt Hilfe. Das von der Han Wu Ti gerettete Mädchen birgt ein medizinisch-militärisches Geheimnis der Republiken.

Die ganze Rettungsaktion hat für den weiteren Weg von Mark Brandis schwere Konsequenzen. Es stellt sich die Frage, was ein Menschenleben für einen Wert in der Weltpolitik hat.

Wie die Macher der Mark Brandis-Hörspiele in ihrem Blog schreiben, haben sie sich mit dieser Folge entschieden, wieder zu der Veröffentlichung auf einer CD zurückzukehren, wie sie es bis „Aufstand der Roboter“ und mit zwei Ausnahmen später gehandhabt hatten. Diesen Entschluss finde ich bedauerlich. Wenn ich an „Aufstand der Roboter“ zurückdenke, ist die Beschränkung auf die Laufzeit einer CD manchmal nur mit erheblichen Lücken und Sprüngen in der erzählten Geschichte möglich. Besonders Augenfällig wurde es im genannten Hörspiel zwischen der Szene in der Ibaka sich entschließt sein Leben zu opfern um seinen Besatzungskameraden eine Möglichkeit zu bieten, den Diktator General Smith zu stoppen und der anschließenden Gerichtsszene.

Es wäre wünschenswert gewesen, wenn die Macher sich nicht von so mancher Kritik hätten beirren lassen, um wirklich vollständig die Geschichten von Mark Brandis zu erzählen. Die Geschichten haben eine unterschwellige Botschaft, wie in der aktuellen „Triton-Passage“, die die spannenden Momente nicht überdeckt.

Im aktuellen Hörspiel sind die Geräusche und Effekte wieder hervorragend realistisch. Die Musik unterstützt bestens die geschilderten Situationen und die Sprecher leben regelrecht ihre Rollen vor dem Aufnahmemikrofon aus. Eine rundumgelungene Sache, die selbst nicht SF-Begeisterte interessieren kann, da die Serie, wie diese Folge auch, ohne Aliens und Weltraumschlachten auskommt.